braingame ·mindfuck ·poems

Ich verweile im Nichts

Ich verehrte unsere Worte, wenngleich weniger Segen als Fluch.
Sie fesselten uns wie Eiseswände.
Und egal wie schlimm sie auch immer wurden,
war es für uns doch niemals genug.
Oftmals ganz zärtlich, so liebevoll und sanft.
Doch viel öfter noch grausam, verletzend und krank.
Ich verehrte unsere Worte, weil sie stets ungebrochen.
Doch ich wünscht mir in jeder Stunde,
wir hätten sie niemals laut ausgesprochen.

Wir berührten uns in uns’ren tiefsten Seelenschlünden,
vereint durch unserer Worte Welt.
Berührten uns an Geist und Herzen.
Analysiert, wiederholt, konnten sie oftmals kaum ergründen.
Wir waren Verwandte, vereint und verbunden.
Und trotzdem, vielleicht auch genau deswegen,
haben wir stets unseren dunkelsten Punkt gefunden.

Dich mit Hilfe meiner Worte zu lieben,
war mein größtest und höchstes Gut.
Du hast mich groß gemacht mit all deinen Worten,
so schön und auch wertvoll, stolz, voller Mut.Dich mit Hilfe meiner Worte zu lieben,
war mein vollständig’ Untergang.
Du hast mich gefressen, mit all deinen Worten,
gefesseltet, behalten, von Anfang an.

Die Welt ist voller Gegensätze,
zu eng beinander, das weiß ich jetzt.
Wo heute du noch tief verstanden,
bist Morgen du schon schwer verletzt.
Nichts ist für ewig, doch ewig ist alles.
Und du spannst niemals das Sicherheitsnetz,
einfach für den Fall des Fallens.

Ich verehrte deine Worte, ich vermisse sie sehr.
Doch du bist schon lange weitergezogen und liebst mich nicht mehr.
Versprechen gebrochen, kein Platz im Paradies.
Ein Sitz in der Hölle, im Feuer, das ich nie verließ.
So weit von mir, vergessen, ganz schnellen Schritt’s.
Hast mich hier auf Erden zurückgelassen.
Und ich…

… ich verweile im Nichts.

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