braingame ·poems

Engelstaub

Dort, du standest wie ein Engel,
der Unschuld gleich im hohen Gras.
In der Hand den Blütenstängel,
im Blütenschnee, die Welt aus Glas.
Dem Lachen heller Glockenklänge,
dem Sturm verworfen, der vergaß:
das auch weinen kann ein Engel,
der zu Splittern still zerbarst.

Lieb’ Gedanken, wirbelnd’ Tanz,
kann brechen nicht das Sonnenlicht.
Kann brechen nicht der Sterne Glanz,
ganz ohne Tränen im Gesicht.
Das Seelchen heil, noch völlig ganz,
der Horizont erinnert sich.
Noch eh’ das Glück sich hat verschanzt,
noch eh’ die Nacht herein sich bricht.

Du lachst so hell und voller Glück,
doch bald schon zeichnet dich der Schmerz.
Dein Weg geht aufwärts, Himmelblick,
so viele Farben schlägt dein Herz.
Ich wünscht’ es blieb’ ein ganzes Stück,
doch’s Leben leider grausam Scherz.
Erlaubt nicht Umkehr, kein zurück,
und’s Lachen wird dir ausgemerzt.

Du gingst verloren, irgendwann,
bloß Schatten in der Morgenröte.
Dein Lachen nur noch ferner Klang,
Erinnerung der Zauberflöte.
Spielt sie sich weit nun über’s Land,
das Lied vom Engel, der sich tötet.
Dem das Leben sich entwandt,
und der zerbrach an seinen Nöten.

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